Weg der Erkenntnisse

in 20 Schritten

 

 

 

 

Co - Abhängigkeit erkennen und auflösen  

Alkoholismus trifft nicht nur den Abhängigen selber. Co - abhängige Partner und Kinder leiden mitunter sogar stärker als der Alkoholkranke, stellen dessen Bedürfnisse über die eigenen, übernehmen seine Aufgaben und versuchen das Trinken zu vertuschen oder zu verhindern. Co - abhängig wird man nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozeß, der schleichend ist und lange dauern kann. Ist man sich schließlich darüber bewußt, daß man im Strudel der Alkoholsucht eines anderen gefangen ist und Strategien entwickelt hat, die einem selber extrem schaden, steckt man bereits mittendrin und hat die herausfordernde Aufgabe, sich wieder aus diesem Suchtsystem zu befreien. 

1. Wenn Alkohol Probleme schafft, ist Alkohol das Problem! 

Das Trinkverhalten bei einer Alkoholkonsumstörung ist so individuell, wie der Mensch selber.

2. Alles was Du tolerierst, gewinnt Raum in Deinem Leben

Alkoholismus und Co - Abhängigkeit beeinflussen früher oder später nicht nur alle Bereiche einer Beziehung, sondern auch alle Lebensbereiche. Man spricht nicht umsonst von Alkoholismus als Familienkrankheit.

 

3. Die ersten Anzeichen erkennen

Alkoholiker können ihre Krankheit sehr gut überspielen, indem sie heimlich, auswärts, oder nachts trinken, die leeren Flaschen verstecken, und schaffen es oft erstaunlich lange, mit Mundwasser, Verleugnen, Verharmlosen, und falschen Alibis ihr Trinken zu vertuschen. Der Übergang vom kontrollierten, zum riskanten Trinken, bis hin zum Missbrauch ist ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann. 

4. Die Isolation durchbrechen 

Umso schlimmer die alkoholbedingten Abstürze werden, sich Stürze und Blackouts häufen und je häßlicher die Szenen werden, die sich in Form von Streitereien, betrunkenen Autofahrten, oder sogar körperlicher Gewalt abspielen, umso mehr versucht der Co - Abhängige diese zu vertuschen. Dieses Verhalten festigt das zerstörerische Suchtsystem, und schafft immer mehr Raum für Angst, Scham, Isolation und Manipulation.

6. Alkoholismus kann man nicht aussitzen

Es handelt sich bei Alkoholismus nicht um einen Schnupfen, der wieder von alleine verschwindet, sondern um eine chronische Krankheit, der man sich als Familie stellen muß, da jeder einzelne von den Auswirkungen betroffen ist, und in extremer Form darunter leidet. 

7. Die Realität annehmen

Da man nicht ändern kann, was man nicht annimmt, liegt hier der erste große Schritt auf dem Weg zur Heilung. 

8. „Spiritus contra spiritum!“  Carl Gustav Jung

Als Co - Abhängiger jagt man der Illusion hinterher, man könne den nächsten ersten Schluck verhindern, oder zumindest darauf vorbereitet sein. Die Wahrheit ist, man kann weder das eine, noch das andere. Solange der Co - Abhängige versucht das Unkontrollierbare zu kontrollieren, hält er das Suchtsystem am Laufen. Der Alkoholiker, NICHT der Co - Abhängige, hat die Aufgabe, den Geist des Alkohols durch einen anderen Geist, der ihm Urvertrauen, Stärke, Selbstliebe und Halt gibt, zu ersetzen. 

 

9. Verantwortung ( für das Trinken ) abgeben 

Du hast das Trinken nicht verursacht.
Du kannst das Trinken nicht kontrollieren.

Du kannst das Trinken definitiv nicht heilen. 

Gebe die Verantwortung für die Nüchternheit, das Trinken und alle daraus entstehenden Konsequenzen an denjenigen zurück, dem sie gehört.

10. Verantwortung ( für Dich ) übernehmen 

Jeder hat die Wahl, an seinem realen Unglück, basierend auf Vorwürfen, Selbstmitleid und Ausreden, hübsch verpackt in zukünftigen Wunschvorstellungen festzuhalten, oder sein Glück der Gegenwart selber in die Hand zu nehmen.


„Das Ziel unseres Lebens besteht darin zu erwachen. Ganz einfach.“ Eckhart Tolle 

 

11. Die Macht der Gedanken

Versuche Dich für den Gedanken zu öffnen, daß es eine Alternative zu deiner aktuellen Realität gibt.

 

12. Von innen nach außen 

So komfortabel die äußeren Umstände auch frisiert sein mögen, werden sie, ohne das passende Gegenstück im Inneren eines Alkoholkranken, nichts weiter, als kurze Momente, absehbar verpuffender Normalität begünstigen. 

13. ( In Liebe ) loslassen 

Sink or swim! Alle Beteiligten haben nur eine einzige Chance sich zu retten: sie müssen einander loslassen, und „schwimmen“, damit nicht jeder mit Sicherheit, und im wahrsten Sinne des Wortes ertrinken wird. Fällt das Loslassen schwer, versuche Dich auf das zu fokussieren, was Du gewinnen möchtest, anstatt zu glorifizieren, was Dir eigentlich schon lange nicht mehr gut tut. 

14. Fokussierung

Richte Den Fokus wieder auf all das, was tatsächlich im Wirkungsbereich Deines Denkens und Handelns liegt. Mache Dir bewußt, daß nur Du für Dein ( erfülltes ) Leben verantwortlich bist. 

15. Verlasse die Opferrolle

Es ist leicht, sich kopfüber in die Opferrolle zu stürzen, wenn einem schlimme, schmerzhafte und ungerechte Dinge widerfahren sind, aber es ist alles andere als hilfreich oder zielführend, seine Identität aus dem Schmerz der Vergangenheit zu erschaffen. Unser Leben besteht letztendlich aus der Summe unserer Entscheidungen. 

16. Wähle

Wir machen Erfahrungen, um die wir sicherlich nicht gebeten haben, und können nicht immer wählen welche Herausforderungen uns das Leben stellt. Aber wir können immer wählen, wie wir mit ihnen umgehen. 

 

17. Entscheide ( wieder ) selbstwirksam

Veränderungen beginnen nicht mit fertigen Lösungen, sondern mit einer Entscheidung.

 

18. Ressourcen aktivieren 

Gerade in turbulenten Zeiten fällt es uns oft schwer, an Zielen oder Visionen zu arbeiten. Jetzt ist es wichtiger denn je, sich seiner Ressourcen bewußt zu werden, und diese gezielt zu aktivieren und als „Kraft - Quellen“ zu nutzen. 

19. Vergeben

Co - Abhängige schleppen oft tonnenschwere Rucksäcke mit selbstsabotierenden und limitierenden Verhaltens - Mustern mit sich herum, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Es ist unendlich wichtig die Krankheit und das Suchtsystem zu verstehen, um vergeben und heilen zu können,  um sich im „Hier & Jetzt“ ein erfülltes Leben erschaffen zu können.

20. Reflektieren & Aufräumen 

Das Leben mit einem alkoholkranken Menschen kann viele Spuren der Verwüstung hinterlassen. Es gilt aufzuräumen, und zwar gründlich. Was sind meine tiefsitzenden Ängste, die mich möglicherweise davon abgehalten haben früher zu handeln? Welchen seelischen Mangel in mir vermochte der andere so perfekt zu füllen, daß ich dieses toxische Suchtsystem dafür in Kauf nahm? Welche Strategien und Verhaltensmuster gilt es dringend durch Neue zu ersetzen? 

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